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Livin' With Jesus

Ausstellung: 07.12.2013 – 12.01.2014

JESUS #15 – FÜHRE MICH, OH HERR

2014/01/08 by tb

Jesus mit Kindern

Gekauft in Größe Distanz Kaufpreis Mindestgebot Gebote
Ulm (D) 0,268 m² 184 8 km 10,- € 30,33 € 0

7. Mai 2008 – Je mehr meine Gäste über das Christentum wissen, desto ernster wird die Angelegenheit. Obwohl heute ein sehr angenehmer Tag war, gehe ich missgelaunt ins Bett.

Zwei meiner Gäste wussten wirklich sehr gut Bescheid. Sie sind evangelisch und obwohl sie sehr viel positive Energie verströmten, haben sie mich irgendwie beunruhigt.

Was ich am Christentum zum Beispiel nicht verstehen kann ist dieser Fokus auf Leiden, auf Schmerzen und auf Sünde.Ich kann einfach nicht verstehen, warum sich heute und hier jemand einer Religion hingeben will, die auf Leid, Scherzen und Sünde aufbaut. Eine Art Belohnung nach dem Tod ist ganz nett, wenn das denn so eintrifft, aber muss ich deshalb auf dieses schöne und schmerzfreie Leben warten? Was, wenn ich so eines schon habe?

Warum sollte Jesus (wie manche glauben) für das Leid der Welt stehen? Warum nicht für die Erlösung von diesem Leid? Immerhin hat er Kranke geheilt, die Toten wieder zum Leben erweckt und die Hungrigen genährt. Zumindest steht es so in der Bibel. Meiner Meinung nach sollte Jesus für das Schöne, den Frieden und ein Leben ohne Leid stehen, während die Menschen selbst das Leid symbolisieren. So wie ich es verstehe, hat nicht Jesus das Leid verursacht. Die Menschen haben sich gegen sein Angebot einer Welt ohne Leid entschieden.

Ich mache gerade ein Führungstraining und dort heißt es, dass ich nur mich selbst ändern kann, dass meine Gedanken nur meine Gedanken sind und dass diese Gedanken die Tendenz haben, sich zu manifestieren. Wenn wir Menschen also unter Mord und Ungerechtigkeit leiden, dann wegen uns selbst. Klingt plausibel. Neid und Gier sind Charaktereigenschaften, die dem Menschen gute Dienste erwiesen haben mögen, als er noch in Höhlen hauste. Leider war die Weiterentwicklung etwas schnell, weshalb diese Höhlenmenschen heute in Städten hausen, Anzüge tragen und Pilates machen. Unsere geistigen Fähigkeiten und unser Charakter haben sich nicht parallel weiterentwickelt.

Aber ich schweife ab, wie üblich. Ich würde nie auf die Idee kommen, das, was auf der Welt passiert, mit Gott oder Jesus in Verbindung zu bringen und ich würde Jesus nicht mit Leid gleichsetzen. Eher mit „Verantwortung übernehmen“ und „konsequent handeln“. Aber dazu später mehr.

Der Jesus des Tages ist ein vieldiskutiertes Motiv in meiner Sammlung. Die meisten Betrachter denken unwillkürlich an die Zeit des dritten Reiches. Der Stil des Bildes und der Kleidung der Kinder scheint dies hervorzurufen.

Aber es kann eigentlich kein faschistisches Motiv sein, denn die Nazis hatten es nicht so mit Gott oder Jesus, eher mit der germanischen Mythologie. Und doch hat dieses Motiv einen komischen Beigeschmack.

Dies könnte Menschen davon abhalten, dieses Motiv als Favoriten zu wählen. Und doch haben es mehrere Leute aus unterschiedlichen Beweggründen ausgewählt.

Was dieses Motiv zweifelsohne repräsentiert ist eine sehr idolisierende Jesus-Darstellung. Es ist ein Propaganda-Poster, wenn nicht für die Faschisten, so doch für die Beziehung zwischen Kindern und Glauben. Es ist keine biblische Darstellung, es scheint klar Kindern die Aussage vermitteln zu wollen: Jesus liebt euch.

Abgesehen davon sieht Jesus mal wieder so aus, als hätte er jemandes Nachthemd an. Das passiert häufiger, wenn Jesus in einer modernen Umgebung dargestellt wird. Das bringt mich jedes Mal wieder zum Lächeln.

Heute hatte ich zwei ganz unterschiedliche Gruppen an Gästen. Die erste Gruppe war ein Kunde der Agentur, der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, nebst Frau und Kindern (sechs und acht Jahre alt). Sie brachten Wein (ein Diabolo – wie passend) und Plätzchen in Kreuz- und Engelform.

Die Kinder waren lustig. Sie waren sehr neugierig. „Tommi, wo ist dein Bett?“ – „Tommi, welches ist der älteste Jesus?“ – „Mama, wenn Maria älter war als Jesus, warum ist er dann vor ihr gestorben?“

Ich bin überrascht, dass mein kleiner Fragebogen für manche nicht ganz so einfach zu sein scheint. Ich dachte, es wären nur ein paar oberflächliche Fragen, aber manche scheinen für den ein oder anderen problematisch zu sein.

Ich glaube, es liegt daran:

- Viele glauben, sie hätten sich bezüglich Gott und Glaube schon lang entschieden und stellen fest, dass dem nicht unbedingt so ist (vor allem bei der Frage ob sie an Gott glauben).

- Manche stellen fest, dass sie bei bestimmten Fragen die Antwort überraschender Weise nicht kennen (zum Beispiel bei der Anzahl der religiösen Gegenstände in der eigenen Wohnung oder bei der Religionszugehörigkeit ihrer Lebenspartner).

Ich stelle ebenfalls fest, dass die meisten „religiös“ mit „christlich“ gleichsetzen. Manchmal weise ich dann darauf hin, dass es ja genauso gut „buddhistisch“ bedeuten könnte.

Zurück zu meinen Gästen. Die Kinder hatten sich schnell für einen „Lieblings-Jesus“ entschieden. Der jüngere der beiden änderte seine Wahl allerdings, nachdem seine Mutter ihr Lieblingsmotiv ausgesucht hatte. Nun mochte er das am liebsten. Als ich ihm sagte, er könne auch mehrere wählen, nahm er das Lieblingsmotiv seines Vaters mit dazu.

Die Mutter der beiden erzählte mir von der Kommunion des älteren Sohnes. Als es soweit war, mussten sich die Eltern entscheiden, wie aktiv sie dies begleiten wollten. Sie entschieden sich dafür, ihn sehr aktiv zu begleiten. Sie erzählte mir, wie spannend es für sie gewesen war, mit den Kindern zu arbeiten und als Erwachsene diese Phase noch einmal zu erleben.

Die zweite Gruppe war ganz anders. Ein Kollege kam vorbei und brachte seine Eltern mit, die sich beide mit der Bibel und dem Christentum sehr gut auskennen. Sein Vater ist Pfarrer im Ruhestand. Es ist nicht nur ihr profundes Hintergrundwissen, dass diese beiden von meinen anderen Gästen unterscheidet. Sie sind die einzigen, die explizit darauf verweisen, anonym zu bleiben. Der Vater meines Kollegen wählt kein Lieblingsmotiv, denn, so sagt er, der Jesus, den er braucht, sei immer wieder ein anderer. Und der, nach dem er sich jetzt gerade „sehne“, sei nicht dabei. Was eine spannende Form der Beziehung zu Jesus und dessen Darstellung ist.

Ich habe viel darüber gehört, wie das Neue Testament entstanden ist, wie es geschrieben wurde, wer entschied, welche vier der über 80 Evangelien am Ende relevant waren und vieles mehr.

Der Abend war bereichernd und bestärkte mich in meiner Meinung darüber, was mir am Christentum nicht schmeckt: Es ist der Fokus auf leid, Schmerz, Sünde und das Leben nach dem Tod. Vielleicht bin ich ein Egoist, aber wenn ich jetzt ein schönes Leben kann ohne dadurch jemand umzubringen, dann nehme ich es sofort, danke schön.

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