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Livin' With Jesus

Ausstellung: 07.12.2013 – 12.01.2014

JESUS #9 – KOMM HERR JESUS, SEI UNSER GAST

2014/01/09 by tb

Bild, Jesus bei moderner Familie

Gekauft in Größe Distanz Kaufpreis Akt. Gebot Gebote
Schwanenwede (D) 0,268 m² 741 km 5,50 € (+ 7,-) 40,- 1

28. April 2008 – In dieser dritten Projektwoche bin ich sehr unzufrieden mit dem Resultat. Vielleicht liegt es daran, dass ich normalerweise keine derart langfristig angelegten Projekte durchführe (und inkl. Sammelphase dauert dieses ja schon ein Jahr).

Heute wird sich keine Lösung einstellen. Zu müde.

Der Jesus des Tages hat mich zu einer kleinen Geschichte inspiriert:

Um dieses Motiv zu erläutern muss ich ganz an den Anfang der Geschichte zurück gehen, zurück bis ins Jahr 2453. Im Jahre 2453 erfand ein Wissenschaftler, dessen Name nichts zur Sache tut, tatsächlich eine Zeitmaschine. Eine, mit der man sowohl rückwärts in der Zeit reisen konnte, als auch vorwärts. Und zwar an jeden Ort der Erde.

Doch er hatte Angst, dass seine Technologie zu für kriegerische Zwecke missbraucht werden könnte. Also hielt er seine Erfindung geheim und überlegte sich, wie er seine Maschine am besten einsetzen könnte. Er machte eine Liste spannender Ereignisse, die zu besuchen sich lohnen würde. Der Anschlag auf JFK, die Mondlandung, der Sieg über Hitler, der Untergang der Titanic, die Kinopremiere von Blade Runner und einige Ereignisse, die in unserer Zukunft liegen. Er schrieb auch die Kreuzigung Jesu auf diese Liste. Und hielt inne. Was, wenn seine Anwesenheit bemerkt würde? Was könnte das in diesem Fall für Konsequenzen haben? Angenommen er würde dorthin reisen und bemerkt werden, müsste das nicht in der Heiligen Schrift festgehalten worden sein? Er konsultierte die Bibel, konnte aber nichts finden. Was bedeutete, dass er nicht dorthin reisen würde, oder dass man ihn nicht entdeckt hatte.

Und so entschloss er sich, tatsächlich zur Kreuzigung Jesu zu reisen. Während er seine Reise vorbereitete, prüfte er immer wieder in der Bibel nach, ob sich etwas änderte. Auch wenn ihm eine solche Änderung vermutlich nicht aufgefallen wärde, denn sie wäre ja schon geschehen gewesen, als er das erste mal nachgesehen hatte.

Er bereitete alles vor: Angemessene Kleidung, er lernte ein paar Brocken der Sprache, einen kleinen Dauerwasserfilter, passende Währung … glücklicherweise konnte man diese Sachen alle bequem zu Hause ausdrucken und für einen Kurztrip sollten sie ausreichen.

Er wollte gerade in seine Maschine steigen, da dachte er noch einmal gründlich über alles nach. Er entschied, dass niemand außer ihm Zugang zu seiner Zeitmaschine haben sollte. Er traute niemanden. Und so vernichtete er all seine Unterlagen.

Dann dachte er über Jesus nach. Er war kein besonders religiöser Mann. Und doch dachte er, dass Jesus, sofern er existiert hatte, es nicht verdient hatte, gekreuzigt zu werden. Andererseits konnte er in diesem Fall eine Kreuzigung schlecht verhindern, dass hätte unweigerlich eine Veränderung der Menschheitsgeschichte nach sich gezogen. Was also konnte er tun?

Er dachte eine weitere Stunde über dieses Problem nach. Als er der Meinung war, er hätte für alle Eventualitäten eine Lösung, machte er sich an die Kalibrierung seiner Maschine. Er musste nicht nur die Zeit so genau wie möglich treffen, sondern auch den Ort. Und dazu musste er die Position der Erde zum Zeitpunkt der Kreuzigung berechnen. Was dank Quantencomputer zwar dauerte, aber immerhin möglich war.

Er fügte seiner Ausrüstung noch Beruhigungsmittel und Medikamente hinzu, sowie eine Energiequelle, falls er den richtigen Ort und den richtigen Zeitpunkt nicht gleich erwischte, und damit er wieder in die Zukunft reisen konnte, was ebenfalls Teil seines Planes war. Und er verstaute noch zwei Exo-Skelette, die die Kraft seiner Arme verstärkten … nur für alle Fälle.

Er musste einige Zeitsprünge absolvieren, bis er den richtigen Moment, den Tag vor der Kreuzigung, erwischte.

Er nutzte die Zeit, um herauszufinden, in welcher Höhle man Jesus aufbahren würde und versteckte dort seine Zeitmaschine. Dann wartete und beobachtete. Er schwitzte und zitterte ununterbrochen, aus Angst, etwas könnte schief gehen. Er verstand so gut wie nichts von dem, was um ihn herum gesprochen wurde. Er hatte Angst davor, eine Unfall zu erleiden, sich zu verletzen. Er getraute sich nicht, etwas zu essen, aus Angst, er könnte krank werden.

Am Tag der Kreuzigung war er übermüdet und hungrig. Er beobachtete, wie Jesus sein Kreuz auf den Hügel schleppte. „Mein Gott“, dachte er. „Es ist also wahr!“ Als Jesus der erste Nagel durchs Fleisch getrieben wurde, rannte er weg und übergab sich heftig. Was bei leerem Magen eine besonders unangenehme Erfahrung ist. Er traute sich nicht, zurück zu gehen. Es war schlicht zu brutal. Statt dessen begab er sich zur Höhle, wo er sich versteckte und darauf wartete, dass man Jesus hinein legte.

Er konnte vor Hunger und Erschöpfung kaum noch den Stein beiseite rollen, als es endlich soweit war. Er schleppte sich hinein, holte das Exo-Skelett aus dem Versteck und schon damit von innen den Stein wieder vor den Eingang. Er nahm etwas Nahrungskonzentrat zu sich und injizierte dann Jesus ein Medikament, ohne sich die Mühe zu machen, dessen Vitalfunktionen zu prüfen. Die Nanopartikel würden ihre Sache ohnehin autark erledigen. Er zog Jesus aus und legte ihn in die Maschine. Er kalibrierte die Maschine so, dass sie Jesus in die Zukunft bringen würde. Nicht nach 2543, sondern irgendwo dazwischen.

Er sah dabei zu, wie Jesus in der Zukunft verschwand. Dann legte er sich selbst die Kleidung Jesu an, durchstach sich die Hände und Füße mit seinem Messer, einer einfachen, groben Klinge, die er zu diesem Zweck mitgebracht hatte. Dann legte er sich nieder und wartete. Fiebrig, blutend, zittern …

Irgendwo zwischen 1900 und 1925 fuhren ein Ehepaar in ihrem Auto nach Hause. Schon daran erkennt man, dass es sich um Vertreter der Oberschicht handelte. Sie waren gerade von einem Empfang beim Bürgermeister zurück gefahren – Alkohol am Steuer war damals noch kein Thema. Kurz bevor sie zu Hause ankamen, küssten sich die beiden in voller Fahrt. Als sie wieder nach vorne sahen schrie die Frau auf und ihr Mann versuchte, das Höllengefährt zum Stehen zu bringen.

Mitten auf dem Weg stand ein nackter Mann, der irgendwie … unscharf aussah. (Was die beiden später auf den Alkohol schieben würden.) Natürlich gelang es nicht, das Fahrzeug rechtzeitig zum stehen zu bringen und so fuhren sie den nackten Mann über den Haufen. Es war nicht sehr ernst, aber der Mann blutete an Kopf, Händen und Füßen und er war bewusstlos. Sie versuchten, ihn  aufzuwecken, doch es gelang ihnen nicht. Sie dachten es wäre das beste, ihn mit nach Hause zu nehmen. Mitten in der Nacht betrunken einen  nackten Mann umzufahren war doch eine etwas peinliche Angelegenheit, die in der Nachbarschaft nicht unbedingt bekannt werden musste.

Der Fahrer nahm eine Decke aus dem Auto und wickelte sie dem nackten Mann um die Schultern. Er lud ihn ins Auto und fuhr nach Hause, wo er ihn in die Wohnung trug. Seine Frau bereitete das Gästezimmer vor und ging in die Küche, um Handtücher zu holen und warmes Wasser auf dem Ofen zu bereiten. Als sie wieder ins Gästezimmer trat, hatte ihr Mann den Nackten aufs Bett gelegt. „Raus jetzt“, zischte sie. Ich kümmere mich darum!“

Sie wusch den Bewusstlosen, der ihr irgendwie bekannt vorkam, so gut sie konnte. Da er nicht zu sich kam aber weiterhin tief und gleichmäßig atmete, deckte sie ihn zu. Bevor sie den Raum verließ, schrieb sie eine Nachricht: „Bitte sorgen Sie sich nicht, wir können alles erklären. Bitte klingeln Sie, wir kümmern uns dann gleich um Sie.“ Und weil sie und ihr Mann weiter nichts tun konnten, gingen sie ins Bett.

Am nächsten Morgen kamen die beiden sehr unausgeschlafen zum Frühstück. Sie informierten den Rest der Familie, dass sie am Abend einen alten Bekannten aufgelesen hatten, dem es nicht so gut ging und der eine Weile bei ihnen bleiben würde. Sie würden ihn vorstellen, sobald er erwacht wäre.

Gerade neigten alle das Haupt zum Morgengebet, als die Türe geöffnet wurde. Die Dame des Hauses sah zur Türe und erhob sich hektisch. Im Durchgang stand der Fremde, den sie in der Nacht angefahren hatten. Er trug eines ihrer Nachthemden. Er musste es aus dem Schrank im Gästezimmer genommen haben.

In diesem Moment fiel ihr ein, wo sie den Fremden schon einmal gesehen hatte. Er war der gleiche Mann, der bereits seit Jahren in ihrem Esszimmer war. Auf einem Bild an der Wand: Das letzte Abendmahl. Der Mann, den sie angefahren hatten, war Jesus Christus!

Es ist genau dieser Moment, den ihr Sohn später, als er als Illustrator für einen Verlag arbeitete, in einem Kunstwerk festgehalten hat. Er hat sogar etwas von der kristallinen Substanz auf das Bild gestreut, die sie im Gästebett gefunden hatten. Sie konnten nicht wissen, dass es sich um Kristalle handelt, die sich Stunden nach einer Reise vorwärts durch die Zeit bilden.

Jesus verschwand später am gleichen Tag, als er allein im Garten auf einer Bank saß und die Sonne genoss.

Und was geschah mit dem Wissenschaftler? Lest die Bibel, da steht alles drin. Der Tausch ist niemandem aufgefallen. Außer Gott, natürlich. Er hat so getan, als wäre nichts, und hat den Wissenschaftler zu sich geholt. Und vermutlich seinen Sohn, denn der musste ja noch ein paar Jüngern erscheinen.

Die Zeitmaschine? Die hat der Wissenschaftler so programmiert, dass sie, nachdem Jesus ausgestiegen war, ins Jahr 4693 sprang, und zwar in den Weltraum. Da fliegt sie dann … in der Zukunft irgendwann … herum.

Ende.

Heute Abend waren wieder Kollegen zu Gast. Einer davon wählte seinen Lieblingsjesus (Einzug nach Jerusalem) nicht wegen des Motivs, sondern wegen der Bedeutung der Stadt für die Menschheitsgeschichte. Was mich dabei überraschte war nicht die geschichtliche Herangehensweise, sondern dass mein Kollege auf die Rolle Jerusalems in der Geschichte beinahe emotional reagierte.

Meine Kollegin zeigte sich interessierter als ich erwartet hatte. Obwohl ich es mir hätte denken könne, schließlich malt sie selbst und hat daher wohl ein besonderes Auge für Motive, technik und Qualität der Bilder.

Allgemein überrascht mich, dass die meisten Besuche vielleicht aus freundschaftlichem Interesse an der Freizeitgestaltung eines Kollegen begannen, sich aber zu sehr spannenden Unterhaltungen über „Gott und die Welt“ entwickelten.

Heute Abend habe ich wieder bemerkt, dass die meisten Menschen wesentlich mehr Persönlichkeitsebenen haben, als man annimmt, und dass diese oft dann zutage treten, wenn sich beide Seiten gemeinsam auf etwas einlassen, wie dieses Projekt zum Beispiel.

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